Girokonto
Gegen Ende der 50er Jahre erkannten in Deutschland die Unternehmen nach und nach, dass bargeldlose die Auszahlung von Löhnen und Gehältern erhebliche Vorteile mit sich bringt. Die gute alte Lohntüte hatte ausgedient und das das Girokonto trat seinen Siegeszug an.
Heute, gut 60 Jahre später, verfügt nahezu jeder Bürger über die Möglichkeit bargeldlose Zahlungen mit Hilfe eines Girokontos vornehmen und empfangen zu können. Allerdings gibt es – wie so häufig – zwischen den Angeboten der verschiedenen Kreditinstitute teilweise erhebliche Unterschiede. Es bietet sich daher an, die persönliche Finanzsituation zu betrachten und zu prüfen, ob sich mit einem Wechsel der kontoführenden Bank nicht möglicherweise Einsparungen oder andere Vorteile erzielen lassen.
Was ist ein Girokonto?
Nahezu jede Bank in Deutschland bietet ihren Kunden das Produkt Girokonto an. Hierbei handelt es sich im juristischen Sinne um ein so genanntes Kontokorrentkonto, bei dem täglich ein Saldo ermittelt wird. Darüber hinaus finden sich die rechtlichen Regelungen zum Girokonto in den §§ 676f bis 676h BGB.
Direktbank oder Filialbank – kostenloses oder gebührenpflichtiges Girokonto?
Die meisten Filialbanken verlangen, abgesehen von bestimmten Angeboten für Studenten, Schüler oder andere ausgewählte Personengruppen, in der Regel eine monatliche Kontoführungsgebühr. Darüber hinaus werden je nach Bank noch weitere Gebühren für getätigte Transaktionen oder Zusatzleistungen wie eine Kreditkarte fällig.
Im Gegensatz dazu bieten Direktbanken meist ein kostenloses Girokonto an. Das Entfallen von Gebühren ist hier jedoch teilweise an Bedingungen, wie beispielsweise einen monatlichen Geldeingang oder eine dauerhaftes Guthaben in festgelegter Höhe gebunden.
Bei der Wahl eines geeigneten Anbieters spielen auch die Möglichkeiten zur Verwaltung des Girokontos eine Rolle.
Filialbanken bieten dem Kunden, neben dem Zugriff via Internet oder Telefon auch ein umfassendes Filialnetz. Diese Leistung entfällt weitestgehend, sofern man sich für eine Direktbank entscheidet. Hier ist eine Führung der Konten im Internet die Regel. Jedoch verfügen Direktbanken ebenso wie Filialbanken in den meisten Fällen über ein dicht gestricktes Netz von Geldautomaten, die von ihren Kunden zur kostenfreien Bargeldabholung genutzt werden können. Bei der Nutzung fremder, also nicht zum eigenen Kreditinstitut oder dessen Partnern gehörenden, Geldautomaten falle in der Regel gebühren für die jeweilige Abhebung an.
Guthaben-Zinsen beim Girokonto
Teils erheblich Unterschiede bestehen auch hinsichtlich der Höhe der gewährten Guthabenzinsen.
Einige Banken bieten gar keine Verzinsung des auf dem Girokonto befindlichen Guthabens an. Bei vielen Anbietern ist die Höhe der Zinsen gekoppelt an die Höhe des hinterlegten Guthabens. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Guthabenzinsen bei der Wahl des passenden Girokonto-Anbieters oftmals eine eher untergeordnete Rolle spielen. Um eine gute Rendite für kurzfristig verfügbares Kapital zu erzielen bietet sich die Nutzung flexibler Anlageformen, beispielsweise ein Tagesgeldkonto, an.