Kunstfonds - Kunstwerke als Geldanlage
Kunstgegenstände renommierter Künstler sind seit vielen Jahren nicht nur Liebhaberstücke, sondern dienen darüber hinaus auch als Anlageobjekt. Kunstkenner investieren teilweise horrende Summen in den Ankauf von Kunstwerken.
Kunstwerke eignen sich gleich aus mehreren Gründen zur Anlage von freiem Kapital. Zum einen sind Kunstwerke in der Regel bleibende Werte, das heißt, dass es beim Wiederverkauf nur äußerst selten zu Verlusten kommt. Oftmals wächst der Wert von Kunstgegenständen sogar beträchtlich – der Kunstauktionsmarkt verzeichnet teilweise ein deutlich zweistelliges Umsatzwachstum. Zum anderen handelt es sich bei Kunstgegenständen um eine äußerst sichere Geldanlage, die von Börsenkursen, gesetzlichen Änderungen oder der Inflationsrate nahezu unabhängig ist.
Die Möglichkeit Kapital in Kunstgegenstände zu investieren war bisher wenigen, sehr finanzkräftigen, Personen vorbehalten. Mit Hilfe so genannter Kunstfonds ist dies nun auch für Privatanleger mit deutlich kleineren Anlagevolumina erschwinglich.
Was ist ein Kunstfonds?
Ein Kunstfonds ist in den allermeisten Fällen ein geschlossener Fonds, dessen überwiegendes Kapital in Kunstgegenstände investiert wird. Wer in einen Kunstfonds investiert wird mir Tätigung der Investition meist Gesellschafter einer Fondsgesellschaft, die Kunstgegenstände erwirbt und hält. Da es sich bei Kunstfonds meist um geschlossene Fonds handelt, sind Investitionen nur solange möglich, bis die im Voraus festgelegte Investitionssumme des Fonds erreicht ist. Ist dies der Fall, wird der Fonds geschlossen, womit weitere Platzierungen nicht mehr möglich sind.
Nach Ablauf einer im Vorfeld bestimmten Frist werden die von der Fondsgesellschaft erworbenen Kunstgegenstände veräußert und der Gewinn wird, je nach Konzept des Fonds, an die Gesellschafter ausgeschüttet oder in andere Kunstgegenstände reinvestiert.
Rendite von Kunstfonds
Der Gewinn eines Kunstfonds wird dadurch erzielt, dass die von der Fondsgesellschaft gehaltenen Kunstobjekte währen der Laufzeit, ähnlich wie bei einer Schiffsbeteiligung oder einen Immobilienfond, einen Wertzuwachs erfahren. Die Rendite eines Kunstfonds verläuft daher in der Regel linear zu dem Wertzuwachs der gehaltenen Kunstgegenstände.
Selbstverständlich besteht, da sich die Rendite eines Kunstfonds an der Wertentwicklung tatsächlich erworbener Kunstwerke orientiert, auch bei der Geldanlage in Kunstgegenständen das Risiko, die gehaltenen Kunstgegenstände nach Ablauf des Fonds nur unter Wert verkaufen zu können. Allerdings sind - in Anbetracht der Preisentwicklung bei hochwertigen Kunstgegenständen in den letzten Jahren - solche Szenarien eher unwahrscheinlich.
Für wen eignen sich Kunstfonds?
Kunstfonds eignen sich insbesondere für Privatanleger, die bereits Kapital in anderen klassischen Anlageformen platziert haben. Aufgrund der oben beschriebenen weitgehenden Unabhängigkeit von denen im klassischen Kapitalmarkt bedeutenden Faktoren können Kunstfonds für eine erhebliche Verbesserung der Risikostruktur eines Anlageportfolios sorgen. Es ist hierbei zu beachten, dass es sich bei Kunstfonds meist um eine eher langfristig ausgerichtete Anlageform handelt.
Nicht geeignet sind Kunstfonds als Grundlage der privaten Altersvorsorge. Hier sollten potentielle Anleger sich eher an flexibleren und risikolosen Anlageformen, wie beispielsweise Lebens- oder Rentenversicherungen und Fondssparplänen orientieren.